Tuesday, May. 22, 2012

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Model-Scout und Manager Fitzgerald G. Addoh

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August 1, 2007

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Auf den ersten Blick ist Fitzgerald G. Addoh ein Freak. Einer, der wie geschaffen ist für das Leben auf der Überholspur, das Leben der Glanz- und Glamour-Welt.

Seine Geschichte beginnt in der Stadt der Liebe 1967 als sich der Afrikaner Christian und die Mallorquinerin Catalina zum ersten Mal treffen. Neun Monate später ist Fitzgerald da, das Fernweh in seinen Genen. Er wächst bei seinen Eltern in Paris auf, verbringt die Ferien bei seinen Großeltern auf Mallorca und in Südafrika.

Als er zwölf Jahre alt ist, unternimmt er einen Ausflug mit Freunden nach Can Picafort. „Für meine Freunde war mein Vorname zu lang. Also setzten wir uns hin und überlegten, was die beste Lösung wäre.“ Etwas später wird aus Fitzgerald Fidji – Ein Zeichen?

Der Sommerurlaub geht zuende. Er ist zurück in Paris, doch der Spitzname bleibt. „Es hat mir einfach gut gefallen sagen zu können, hey, ich heisse Fidji, genau so wie die Fidji-Inseln.“ Den Morgen genießt er mit Crossiants und Kaffee, den Abend mit Blick auf den Eifelturm. Doch acht Jahre später hat er genug von Paris. „Ich mußte mal raus, wollte was anderes sehen. “ Zusammen mit einem Freund bewirbt er sich bei einem Luxus-Hotel am Lake Louise in der kanadischen Provinz Alberta. „Wenn man 20 ist, dann denkt man, die Welt wartet auf einen. Das ist aber nicht so. Man muss die Welt erobern. “ Ein halbes Jahr später sitzt er im Flugzeug.

Fernab von Discos und Nightlife verbringt er ein Jahr in Kanada. „Ich konnte nicht genug kriegen von der Natur. Für mich war jeder Tag ein Erlebnis – ein Geschenk. Es ist still dort, sehr still. Man geht auf Tuchfühlung mit den Tieren, man erlebt Winter, wie man sie hier nicht kennt. Und die sind hart. An 40 Grad minus muss man sich erstmal gewöhnen.“

Fidji arbeitet in allen Bereichen des Hotels, schließlich will er was lernen und hoch hinaus. Er schließt Freundschaften fürs Leben: „Die Mentalität der Kanadier ist anders als die vieler Europäer. Außerdem ist es für mich wichtig, Erinnerungen mit jemandem teilen zu können.“ Trotzdem – ein Jahr in der Provinz ist genug für den nun 21jährigen.

Er bekommt ein  Angebot von Christian Constant, dem französischem Chocolatier der Upper Class.

„Ich konnte nicht nein sagen. Denn ich sage mir immer, Fidji du sollst im Zug des Lebens sitzen und ihn auf gar keinen Fall vorbeifahren lassen oder etwa auf ihn warten.“

Zwei Extreme prallen aufeinander als sein Leben im Luxus beginnt. Fashion-Shows, Parties mit namenhaften Designern wie Jean Paul Gaultier und Yves Saint Laurent, internationalen Pop-Bands, First Class-Flügen zu den angesagtesten Locations und Champagner. Alles geht, alles ist drin. Sieben Jahre lebt er auf der Überholspur, kriegt nicht genug davon.

Doch wo andere Sex & Drugs konsumieren ist für Fidji Schluß. Die Bussi Bussi Gesellschaft fängt an ihn zu langweilen: „Routine macht mich krank. Wirklich. Veränderungen sind für mich lebensnotwendig, auch, um am Boden zu bleiben.“ Und wieder ist da dieses Gefühl, das Gefühl, einfach zu entfliehen. Genau im richtigen Moment das richtige Angebot: „Ein Geschäftspartner fragte mich, ob ich mit ihm einen Möbel & Accessoire Shop in St. Barth aufmachen wolle. Für mich war das keine Frage, sondern wieder der Zug, in dem ich saß.“

Und wieder steigt er in den Flieger, wieder, um einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Er mietet sich ein Haus direkt am Strand. “Das ist wirklich der Wahnsinn. Die Delphine springen direkt vor deiner Nase auf und ab, du blickst auf den Ozean und denkst, das ist der Himmel auf Erden.“ Doch so faszinierend die Karibik auch ist, St. Barth mit seinen knapp 3000 Einwohnern bietet geschäftlich nicht das, wovon Fidji träumt. Die Geschäfte laufen schlecht, die Saison nur drei Monate. Er greift zu seinen Ersparnissen. Doch irgendwann ist auch hier wieder der Zug angekommen, der seine Türen für ihn öffnet.

Über weitere Geschäftspartner gelingt er nach New York. Doch hier stößt Fitzgerald – wie er hier wieder genannt wird – an seine Grenzen. „New York ist gebaut um Geschäfte zu machen, nicht für die Menschen. Das erste halbe Jahr hat niemand mit mir gesprochen, alle hatten nur Business im Kopf.“ Doch obwohl New York keine Lebensqualität für ihn parat hat, hält er durch. Nach zweieinhalb Jahren das Unfassbare: Fitzgerald verschläft. Als er erwacht ist New York nicht mehr das, was es war. Er geht auf seine Dachterrasse und sieht, wie die Tower des World Trade Centers zu Schutt und Asche verfallen.

„Für mich war es nicht das Schlimmste, den Einsturz mit eigenen Augen zu sehen. Viel schlimmer waren die Tage danach. Ich ging durch die Stadt und überall hingen Bilder von glücklichen Menschen. Fotografiert auf Hochzeiten und Geburtstagen, gemacht, als sie besonders glücklich waren. Sie wurden vermisst doch jeder wußte, sie sind tot. Das war der wirkliche Alptraum für mich, zusammen mit der Angst, vor dem, was noch kommen könnte“

Der Dunst liegt über New York und über Fitzgerald.

Er sieht keine Kinder mehr auf der Straße spielen und ist schockiert, wenn er mit seiner Mutter – die mittlerweile nach Mallorca gezogen ist – telefoniert.

„Sie wußte mehr von dem was in New York geschah, als ich, sah Bilder, von denen wir nicht mal eine Vorstellung hatten. Für mich wurde es Zeit zu gehen.“

Fitzgerald, nun wieder als Fidji unterwegs, flieht in die Arme seiner Mutter nach Mallorca. Bereits ein paar Wochen später ist er als Manager & Model-Scout unterwegs: „Ich liebe Mallorca. Hier spielt das Leben draußen, die Leute sind offen.“ Klar, Mallorca ist schön. Doch wie sieht es mit den Models aus? „Meine Priorität ist es, denn Girls ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln. Sie sollen wissen, dass sie mir vertrauen können. Keine Affären, keine Drogen.“

Es ist eben doch nicht alles Glanz und Glamour und ein Freak ist nicht immer gleich ein Freak.


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