Tuesday, May. 22, 2012

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Restaurante Jardín – Garten Eden für Gourmets

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Februar 19, 2012

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Auf Mallorca wäre es der erste Michelin-Stern für ein Restaurant mit einer Chefköchin – Macarena de Castro (28). Ihr Bruder Daniel führt das Restaurant in Familienbesitz und seine Catering-Abteilung in Puerto Alcudia. Die ruhige Lage in einem Wohngebiet, nahe der Landstraße die Alcudia mit Artà verbindet, trägt dazu bei, dass man sich im Restaurante Jardín von den Touristenlokalen der Gegend Lichtjahre entfernt wähnt.
Der romantische Garten ist perfekt für ein Abendessen im Sommer. Innen lockt ein moderner geräumiger Speisesaal im Obergeschoss (über Aufzug und Treppen erreichbar, kann für private Events gebucht werden). Moderne Kunstwerke von Antonio de Castro (dem Onkel der Geschwister) und schöne Menestràlia Glaslampen zieren den Saal.

Die gebürtige Mallorquinerin Macarena kocht hier seit acht Jahren. Sie hat ein Jahr lang die schönen Künste studiert und danach die UIB Hotelfachschule besucht. Sie lernt auch weiterhin: wenn das Restaurante Jardín in der Nebensaison schließt, besucht die dynamische junge Köchin Giganten der Kochkunst in ihren mit Michelin-Sternen ausgezeichneten Restaurants, so zum Beispiel Wylie Dufresne (WD-50, New York), Jean Coussau (Relais de la Poste in Landes, Frankreich), und Andoni Luis Aduriz in San Sebastians mit zwei Michelin-Sternen gekröntem Restaurant Mugaritz (es gilt als viertbestes der Welt).
Ihr kulinarischer Stil? „Schwer zu erklären,“ meint sie. „Ich nehme traditionelle mallorquinische oder mediterrane Gerichte und drücke Ihnen meinen Stempel auf.“ Ihre „cocina de autor“ stützt sich auf Tradition, Geschmack und die besten einheimischen Zutaten (ihre Lieblingszutaten sind Olivenöl und Knoblauch).
Es gibt zwei verschiedene Degustationsmenüs: Menú Pollentia (45 Euro – Appetithappen und vier Gänge) und Talaia (65 Euro – Appetithappen und sieben Gänge), doch ebenso kann man einzelne Gerichte bestellen. Die Weinkarte bietet eine große Auswahl, daher kommt die Expertise des Sommeliers und Maître d’ Sergio Marquez sehr gelegen (seine Vorschläge führen wir unten auf). Für 24 Euro bekommt man jeweils ein Glas einer Reihe verschiedener Weine. Alle Preise verstehen sich zuzüglich IVA.
Nach noch warmen, selbstgebackenen Brötchen – einmal Tomate, einmal Olive – mit Olivenöl und vier Arten Flor de Sal gingen wir zum Appetithäppchen über. “Ortiguilla de Mar” wurde raffiniert in einer Art ovalen Sardinendose mit Ring zum Öffnen serviert. Es war jedoch nicht nötig, am Ring zu ziehen: wenn man den Deckel anhob, kamen zwei köstlich gewürzte Stücke Pulpo a la Gallega zum Vorschein. Begleitet wurden sie von einer gebratenen Seeanemone – ein knuspriger, leichter und exquisiter Meeresgeschmack.

Der nächste Gang war “Gazpacho de Cerezas con Bogavante a la parilla”. Die kalte Kirschsuppe wurde am Tisch vorsichtig in große weiße Schalen mit Hummerstückchen gegossen – ein bunter, schmackhafter Kontrast von samtweichem Gazpacho, fleischigem Hummer und knusprigen winzigen Croutons. (Mortitx Blanc 2008 – 23€).
Der zartschmelzende “Atún Marinado con Soja, nieve de ‘Salmorejo’ y Quinoa” schmolz bot einige Überraschungen: Wasabi Eis und winzige schwarze Sojagelatinewürfel. Das ganze wurde auf quadratischen schwarzen Tellern, mit einem “chupito” Campari-Orange gereicht. (Jaume Mesquidas Rosat de Rosa 2008 – 24€).
Bei dem “Calamar a la plancha con cremoso de Patata y reducción de Cítricos” hob sich die seidenweiche Kartoffelcreme mit ihrem Zitrusaroma bevonders hervor. (Quíbia Callet Prensal Blanc, Falanis 2008 – 22€).
„Polvo de ajo“ war die ungewöhnliche Beilage zu dem dicken, mit Serranoschinken umhüllten Garnelenschwanz “Delicias de Ibérico con Gambas 2009″. Das Knoblauchpulver, das sich bei Berührung mit anderen Zutaten in Öl verwandelt, wurde von Ferran Adrià entwickelt. Macarena empfahl uns, die köstlichen Säfte aus dem Kopf der Krabben zu saugen. (Barranc dels Glosos 2008 Priorat – 24€)
Als nächstes wurde hervorragend gekochter Wolfsbarsch mit kleinen, knusprigen Zucchinistückchen, Zuckererbsen und Fenchel in einer würzigen Gemüsesauce gereicht (“Lubina asado con verduritas al hinojo”). (Macia Batles Blanc de Blancs 2008 – 23€).
Das Fleischgericht “Ventresca de Cordero con Coliflor y Bombón de Ajo y Membrillo” war ein zwölf Stunden lang gerösteter Lammbauch – im Allgemeinen ein bei Köchen nicht besonders beliebtes Stück. Doch es war außerordentlich zart und bot einen willkommenen Kontrast zu den knusprigen Blumenkohlröschen und Mandeln und dem weichen „Bombón“. (Ein herausragender Wein für ein herausragendes Gericht: der Butxet Merlot de Son Claret 2006 aus der Region Pla y Llevant bekam letztes Jahr die Bronzemedaille bei den Premios Mezquita – 22€).

Die beiden Desserts waren traditionell, doch auch hier gab es ein paar Überraschungen: die „Tarta de ‘lemon pie’”, kalt serviert auf dunkler Schokoladensoße wurde durch die knusprigen Streusel interessanter. Danach ist einem ein herkömmlicher Zitronen-Merengue-Kuchen einfach nicht mehr genug. (Gramonas Vi de Gel Riesling Muscat 2008 von Penedes, 4€ pro Glas). Der zweite Nachtisch war Macarenas Version des auf Mallorca allgegenwärtigen Mandelkuchens “Gato con cremoso de Albaricoque con crujiente de Frambuesa”. Er war knackig, schmeckte nach Brandy und nach Mehr.
Das sorgfältig abgestimmte Menü ließ gerade noch genug Raum für eine Tasse Kaffee, über der wir über das hervorragende Restaurant, das Daniel und Macarena und ihr engagiertes Team geschaffen hatten, nachdachten – und über den Michelin-Star, der ganz sicher noch kommt.

Restaurante Jardín & Catering
C/Tritones s/n
07410 Pto Alcudia
Mallorca
Tel +34 971 892 391
www.restaurantejardin.com


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